Freiwillige Feuerwehr Neustadt/Wied
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Chronik

Lange bevor der Brandschutz gesetzmäßig in die Hand der Gemeinden gelegt wurde, organisierten sich die Bürger der einzelnen Ortschaften zum Kampf gegen die Feuersbrunst. Um dem Nächsten im Falle der Not zu helfen und um das Eigentum zu schützen lagerte man schon vor der Jahrhundertwende in den einzelnen Orten Feuerlöschmaterial. Natürlich waren diese Hilfsmittel primitiv und im Brandfalle gingen die Ledereimer von Hand zu Hand. Sehr bald erkannte man die Unzulänglichkeit der bisherigen Lösung. Es wurden die ersten organisierten Feuerwehren gegründet in denen sich seit dem mutige Bürger uneigennützig und ehrenamtlich nach ihrer bekannten Devise “Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ für ihre Mitmenschen einsetzten. Vom Ledereimer bis zum hochmodernen Löschfahrzeug oder Rüstwagen und einer Funkzentrale mit Computer war es aber noch ein langer Weg.


So wurde 1904 auch in Neustadt an der Wied die erste Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1905 wird ein Spritzenhaus erstellt um Ausrüstungsgegenstände wie Handspritze, Ledereimer, Äxte, Leitern, Schläuche und ähnliches unterzubringen. Dieses Spritzenhaus befand sich ungefähr an der Stelle, wo auch das heutige Feuerwehrgerätehaus steht. Von ersten Einsätzen der noch jungen Feuerwehr Neustadt ist allerdings nichts bekannt oder festgehalten worden. 
Im Februar 1909 trat die ansonsten gemächlich dahin fließende Wied gewaltig über die Ufer. Es kam zu einer Hochwasserkatastrophe die auch die Feuerwehr Neustadt viele Tage in Atem hielt. Am Ende dieser Tage waren zwei Tote und riesige Sachschäden zu beklagen. In Hausen kamen zwei Kameraden der Feuerwehr Neuwied ums Leben. Dort steht heute noch ein Gedenkstein an der Wiedbrücke.
Unterlagen über die Zeit ab 1910 gingen durch die Ereignisse des ersten Weltkriegs verloren. Der nächste Bericht über weitere Einsatztätigkeiten der Feuerwehr Neustadt stammt aus dem Jahr 1927. Im damaligen Franziskanerinnen – Kloster, dem heutigen St. Josef Altenheim, war am 21. Februar 1927 ein Brand ausgebrochen. Überlieferungen zufolge sollen die Feuerwehrmänner dort zwei Tage den Brand bekämpft haben. Das Gebäude brannte vollständig nieder.
Ein besonders hervorzuhebendes Ereignis in der Geschichte der Feuerwehr Neustadt stellte das Jahr 1929 dar. Die Freiwillige Feuerwehr Neustadt wurde von Bürgermeister Heffels und Kreisbrandmeister Wilsberg zur Amtsfeuerwehr erhoben. Damit war sie auch für überörtliche Hilfe zuständig. Die Ausrüstung bestand zu dieser Zeit u.a. aus einer Saug - und Druckspritze (2 Räder) sowie einer Druckspritze (4 Räder). Diese Spritzen mussten von Hand oder mit Pferden zur Einsatzstelle gezogen werden. Anschließend ist mit Muskelkraft gepumpt worden. Erster Wehrführer der Amtsfeuerwehr Neustadt wurde Heinrich Zimmermann, stellvertretender Brandmeister war Josef Weber. Es wurde eine Gruppeneinteilung durchgeführt:

Steigergruppenführer: Josef Zimmermann
Hydrantengruppenführer: Hermann Hecking
Hornist: Karl Weber
Zeugmeister: Hubert Krambo

1929 fand in Neustadt die 700 Jahr Feier statt. Auch hier beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr rege an allen Veranstaltungen. 
Im gleichen Jahr veranstaltete die Feuerwehr Neustadt ihr 25-jähriges Bestehen als Kreisfeuerwehrverbandstag. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass die Brandübung am Kreisfeuerwehrverbandstag in Neustadt vom Übungsausschuss für gut befunden wurde. Außerdem wurde der Aufsichts– und Sonderdienst vom gesamten Feuerwehrverbande als mustergültig bezeichnet. Bild C 1, Dokument

1930 musste die Amtsfeuerwehr Neustadt zu einem Großbrand auf dem Anwesen Weindel nach Mettelshahn ausrücken.

1932 ist von Kreisbrandmeister Wilsberg eine Inspektion der Feuerwehr Neustadt durchgeführt worden. In dem entsprechenden Bericht schreibt der Kreisbrandmeister:

Stärke der Wehr 24 Mann, angetreten 21 Wehrleute, entschuldigt 3 Wehrleute
Die Uniform und Ausrüstung war gut, entspricht aber nicht den Unfallverhütungsvorschriften.
Die Sanitätsausrüstung war gut.
Der Zustand der Geräte und Unterkunftsräume war sauber und gut. 
Die Löschwasserversorgung ist ausreichend.
Die vorgeführte Schulübung war gut.
Die Angriffsübung war zufriedenstellend

1933 ist der bisherige stellvertretende Brandmeister Josef Weber zum ersten Brandmeister gewählt worden. Neuer Stellvertreter wird der bisherige Spritzenwagenführer Matthias Meyer.
Alljährlich veranstaltet die Feuerwehr Neustadt ihr Stiftungsfest mit Tanzmusik. Dabei ist in der armen Zeit nie viel Geld eingenommen worden. Bei solchen Musikveranstaltungen hielt aber damals schon die „Stagma“ (heute GEMA) die Hand auf und forderte ihren Anteil von 70 Reichsmark. Da aber offensichtlich keine 70 Reichsmark übrig geblieben waren, wurde die Feuerwehr Neustadt vom Amtsgericht Asbach verurteilt den Betrag nebst 8 % Zinsen und Verfahrenskosten an die Stagma zu entrichten. Im Antwortschreiben der Feuerwehr Neustadt steht: Man bemühe sich, da kein nennenswerter Kassenbestand vorhanden ist, Ratenzahlung zu leisten. Im August 1934 und 1935 war man bereit die Forderung zu begleichen. Anmerkung des Chronikschreibers: Der Schriftverkehr ist noch im Original vorhanden.

Auszug aus einem Versammlungsprotokoll vom 26.Mai 1934:

Um 20 ½ Uhr eröffnete der 1. Wehrführer Weber die Versammlung. Unser früherer Brandmeister Weber ist aufgrund des neuen Feuerlöschgesetzes zum 1. Wehrführer ernannt worden. Ungern sieht ihn die Versammlung scheiden, freut sich aber den Wehrführer hier im Ort in der Wehr zu haben. An seine Stelle tritt der bisherige Stellvertreter, Kamerad Matthias Meyer als 1. Brandmeister.

Punkt 1
Das diesjährige Stiftungsfest soll am 26. August 1934 im Saale Hecking gefeiert werden. Für die Musik sorgt der Wirt. Derselbe hat diese frei zu verpflegen.

Punkt 2 
Folgende Mitglieder werden aufgenommen:
Krambo, Josef
Prinz, Albert
Weißenfels, Karl

Außerdem wurden in diesem Jahr 11 Kameraden aus Bühlingen in den Halblöschzug Neustadt eingegliedert. Um die Ausbildung in der Feuerwehr zu verbessern sollen Kameraden benannt werden die auf die Provinzial-Feuerwehrschule nach Koblenz gehen um dort verschiedene Kurse ( Lehrgänge) besuchen.
1935 wird die erste Motorspritze für die Feuerwehr Neustadt beschafft. Diese Motorspritze bewährte sich bei einem Großbrand in Ehrenberg im Jahr 1936. Im Jahr 1937 stellte die Feuerwehr zusätzlich eine Tragkraftspritze TS 6 der Marke DKW in Dienst.

1939 folgte ein neuer Löschkarren mit Stand- und Strahlrohren. Aufgrund der erweiterten Ausrüstung mit den genannten Motorspritzen und dem Löschkarren konnten im Jahr 1940 erfolgreich Großbrände in Landwirtschaftlichen Anwesen in Niederetscheid und Rüddel bekämpft werden.
Da fast alle Wehrleute zum Kriegsdienst einberufen wurden, bestand die Feuerwehr Neustadt unter Brandmeister Meyer überwiegend aus Frauen, die während des Krieges in zahlreichen Einsätzen ihren „Mann“ standen. Erwähnt werden soll hier ein Einsatz am 25. August 1944:
Während des Angriffs auf den Fahrzeugverkehr der Reichsautobahn im Bereich der Wiedtalbrücke streifte ein amerikanischer Jagdbomber am frühen Abend die Baumwipfel des Waldes westlich der Autobahn zwischen Ammerich und der Wiedtalbrücke. Das Flugzeug stürzte ab, beide Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Feuerwehr Neustadt unter Brandmeister Meyer rückte aus um den entstehenden Waldbrand zu löschen. Es verdient erwähnt zu werden, dass damals eine Anzahl junger Frauen als Ersatz für die eingezogenen Männer Dienst tat. (Quelle: Heimatbuch 800 Jahre Neustadt / Wied, 1985)
Außerdem kam es zu zahlreichen Einsätzen in Folge von Bombenabwürfen.

Am 3. August 1946 wird auf Veranlassung der französischen Militärregierung die Feuerwehr Neustadt neu aufgestellt. Diese bestand zunächst aus 13 Mann da ein Teil der Kameraden noch in Gefangenschaft waren. Amtsbrandmeister Langemann dankte den Männern für ihren aufopfernden Feuerwehrdienst während des Krieges und lobte besonders die weiblichen Hilfskräfte. Brandmeister Matthias Meyer, der die Wehr schon während des Krieges geführt hatte, wurde erneut zum Wehrführer gewählt. Im Oktober konnte schon der erste Tanzabend im Saal Lorscheid abgehalten werden. Im Jahr 1946 wurde die Feuerwehr Neustadt bei drei Einsätzen gefordert. Dies waren zwei Waldbrände und eine nachbarschaftliche Löschhilfe bei einem Brand in Oberscheid bei Buchholz.
1947 brannten nach lang anhaltender Trockenheit ständig die Wälder. Die Feuerwehr Neustadt war unter anderem bei Rüddel, Notscheid, Kretzhaus und Rheinbreitbach mehrere Tage im Waldbrandeinsatz.
1948 kam es zu einem der ersten Einsätze auf der Autobahn. Dort war es im Bereich der Wiedtalbrücke, die nach ihrer Zerstörung 1945 nur behelfsmäßig ausgebaut war, zu einem Auffahrunfall gekommen. Die Bilanz waren sechs Tote. Waldbrände bei Rott und im Anxbachtal galt es zu bekämpfen.

1949 schied Amtsbrandmeister Langemann aus dem Dienst aus. Neuer Amtsbrandmeister wurde Matthias Meyer. Sein Nachfolger als Wehrführer der Feuerwehr Neustadt wird Josef Utsch. Das Jahr brachte einen Einsatz mit sich.

In der Nachkriegszeit, ein Datum ist nicht genau bekannt, sollte in Neustadt ein Amtsfeuerwehrfest abgehalten werden. Dieses Fest musste bei der französischen Kommandantur in Neustadt angemeldet werden. Als der Kommandant erfuhr, es würden um die hundert, uniformierte Feuerwehrmänner an einem Festzug teilnehmen, bekam er es wohl mit der Angst zu tun und untersagte die Veranstaltung. Die Ausrüstung in der Zeit bestand aus einem Anhänger mit Vollgummireifen, der mit allen erforderlichen Gerätschaften wie z.B. Tragkraftspritze, Schläuche und Strahlrohre beladen war. Bei einem Alarm fuhr Theo Lorscheid mit seinem Motorrad durch den Ort und alarmierte mittels Feuerwehrhorn die Mannschaft. Dann kam Wehrführer Josef Utsch mit seinem umgebauten Abschleppwagen mit Ladepritsche zum Feuerwehrhaus in die Gartenstraße, der Anhänger wurde an das Zugfahrzeug angehängt und die Mannschaft stieg auf die Ladepritsche. Der Abschleppwagen wird von den Kameraden als „Hilf mit“ bezeichnet. Bei Erzählungen der Alterskameraden wird immer wieder erwähnt: „Ich hann an de Kaar jeliert“ (Ich habe an der Karre gelernt). Der „Hilf mit“ war bis 1957 im Einsatz!

1950 war ein ruhiges Jahr mit einem Einsatz beim Waldbrand in Rott. Dieser Einsatz war wegen der damals unzureichenden Wasserversorgung sehr schwierig.
1951 wird ein bis dahin noch im Einsatz stehender Handwagen des Luftschutzes verkauft. In Bühlingen gilt es einen Großbrand beim Anwesen Krautscheid zu bekämpfen.
1952 tritt Rudi Schröder die Nachfolge von Wehrführer Josef Utsch an. Dieser wird nun Amtsbrandmeister. In Unterelsaff, Mühle Leonard, kommt es zu einem Großbrand.
1953 wird überschattet von einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn bei der Wiedtalbrücke. Dabei kommen 7 Personen ums Leben. Durch die Verdichtung des Straßenverkehrs mehren sich die Einsätze der Feuerwehr Neustadt auf der Bundesautobahn. Bald stand die Wehr zunehmend vor neuen Problemen, denen mit der herkömmlichen Ausrüstung nicht mehr wirksam und schnell genug zu begegnen war. Eingeklemmte Personen werden mit Brechstangen, Wagenheber und Vorschlaghammer befreit. Eine neue Tragkraftspritze TS 6 wird in Dienst gestellt.
1954 brennt es in Rüddel im landwirtschaftlichen Anwesen Ewenz. Dort ist die Feuerwehr Neustadt einen ganzen Tag im Einsatz. Bei diesem Einsatz war auch die Feuerwehr Bad Hönningen tätig. Sie verfügte damals schon ein modernes Tanklöschfahrzeug, TLF 15, wodurch die Wasserversorgung sichergestellt wurde. Außerdem wird aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Feuerwehr Neustadt das Kreisfeuerwehrfest in Neustadt abgehalten.

In den Jahren 1955 und 1956 müssen unter anderem in Neustadt ein Brand in der Hauptstraße beim Anwesen Dinspel gelöscht werden.
1957 wird die Feuerwehr Neustadt motorisiert. Sie erhält ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, Opel Blitz. Damit war die Zeit des „Hilf mit“ endgültig vorbei.
1958: Großbrand im Holz- und Möbellager der Firma Finken in Neustadt. Außerdem werden gekenterte Kanufahrer aus der Hochwasser führenden Wied gerettet
1959 friert die Wied nach einer längeren Kälteperiode zu. So kommt es zu Eisgang. Eine drohende Überschwemmung kann dank des Einsatzes der Feuerwehr Neustadt verhindert werden.

In den 50 er Jahren stieg die Zahl der Einsätze, besonders auf der Bundesautobahn, an. Trotz der unzulänglichen Ausrüstung geben die Männer ihr bestes. Mit dem Löschgruppenfahrzeug gab es aber eine erheblichen Fortschritt.

1960 muss unter anderem ein Brand auf dem Niederhoppener Hof bekämpft werden. Dieses sollte dort aber nicht der letzte bleiben.
1961 und 1962 sind eher ruhige Jahre mit „normaler“ Einsatztätigkeit.
1963 soll bei Magirus eine neue Tragkraftspritze, TS 8, abgeholt werden. Zu diesem Zweck fahren drei Kameraden mit dem LF 8 nach Ulm. Auf der Autobahn bei Karlsruhe kommt das Fahrzeug bei schlechtem Wetter von der Fahrbahn ab und fliegt in die Böschung. An dem LF 8 entsteht Totalschaden. Die Kameraden bleiben unverletzt. Da ein PKW ebenfalls an dem Unfall beteiligt war blieb die Schuldfrage zunächst ungeklärt. Bei der Gerichtsverhandlung sind die Männer der Feuerwehr Neustadt wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden. Nun stand die Feuerwehr ohne Fahrzeug da. Die Baufirma Krautscheid aus Neustadt stellte einen Bus mit Ladepritsche zur Verfügung. Dieser wurde mit allen notwendigen Gerätschaften beladen und man war wieder Einsatzbereit. Kurz danach kam allerdings ein Löschfahrzeug aus Neuwied leihweise nach Neustadt. Es handelte sich um ein schon älteres Löschgruppenfahrzeug mit einem großen Holzlenkrad und einer langen Motorhaube. Dieses Fahrzeug passte nicht in das bisherige Feuerwehrhaus. Man bezog eine Garage in der neu gebauten Mittelpunktschule in Neustadt. Auch hier konnte das Tor wegen der langen Motorhaube nicht ganz geschlossen werden. Es wird erzählt, dass bei Einsatz das Fahrzeug an abschüssigen Friedensstraße gestartet wurde. Wenn die Friedensstraße auch mangels Bremsdruck unfallfrei passiert worden war, stieg die Mannschaft zu und es ging zur Einsatzstelle. Bei einer Einsatzfahrt sollen auch einmal die seitlichen Klappen der langen Motorhaube weggeflogen sein. Als Signalhorn stand eine automatische Klingel zur Verfügung
1964 wurde die Feuerwehr Neustadt aus Anlass ihres 60 – jährigen Bestehens mit der Ausrichtung des Kreisfeuerwehrfestes beauftragt. Gleichzeitig wird das an der Gartenstraße wurde neu gebaute Feuerwehrgerätehaus und ein modernes Tanklöschfahrzeug, TLF 16, von Magirus übergeben. Nun konnte Dank des mitgeführten Wasservorrates von 2400 Liter und dem eingebauten Schnellangriff eine schnelle und effektive Brandbekämpfung durchgeführt werden. Dieses zeigte sich besonders bei den immer mehr werdenden Einsätzen auf der Autobahn. Im Zuge der Beschaffung des Tanklöschfahrzeuges gibt auch eine Geschichte am Rande zu erwähnen:
So ordnete der damalige Amtsbürgermeister Johann Müller an, wenn das Tanklöschfahrzeug ausgeliefert wird, soll es von Ulm auf die Bahnreise nach Neuwied gehen und dort von der Neuwieder Feuerwehr in Empfang genommen werden. Diese überführen dann das Fahrzeug nach Neustadt. Anscheinend hatte der Amtsbürgermeister das Vertrauen in die Fahrkünste der Neustädter Feuerwehrmänner nach dem Totalschaden des LF 8 im Jahr zuvor verloren.
Die Kameraden konnten ihn dann aber auf dem kleinen Dienstweg überzeugen, holten das TLF selber in Ulm bei Magirus ab und brachten es unfallfrei nach Neustadt, wo es von allen Seiten bestaunt wurde.
Im gleichen Jahr wurde ebenfalls ein neues, entsprechend modernes Feuerwehrgerätehaus in der Gartenstraße übergeben. Der Bau stand an der Stelle des heutigen Gerätehauses und wurde im Zuge des Neubaus 2001 abgerissen.

1965 galt es unter anderem bei einem Einsatz auf der Autobahn einen brennenden LKW zu löschen der Tabak, Teppiche und Bücher geladen hatte. Das Fahrzeug brannte vollkommen aus. Außerdem erhielt die Feuerwehr Neustadt eine Standarte, diese wurde feierlich geweiht.
1966 kam es durch einen defekten holländischen LKW der auf der Autobahn stehen geblieben war und große Mengen Diesel in einen Abwasserkanal laufen ließ, zu einem Trinkwassernotstand im Bereich des Wasserwerks Kodden. Mit Hilfe anderer Tanklöschfahrzeuge konnte die Wasserversorgung aufrecht erhalten werden. Ebenfalls kam die Feuerwehr Neustadt bei einem Brand auf der Autobahn zum Einsatz. Dort war im Bereich der Wiedtalbrücke ein Anhänger mit Lackfässern und Gasflaschen in Brand geraten. Durch die immer wieder explodierenden Teile und meterhohen Stichflammen war eine Brandbekämpfung nur aus großer Entfernung möglich. Der Anhänger war nicht mehr zu retten. Bei einer gemeinsamen Übung mit der Feuerwehr Fernthal in Steinshof sollte die Wasserentnahme aus der Wied geübt werden. Bei der Anfahrt über Fernthal – Borscheid nach Steinshof geriet das schwere Fahrzeug auf einem Waldweg an einer engen Stelle in die Böschung. Hierbei neigte es sich gefährlich nach links und drohte um zu kippen. Dank guter Beziehungen zur Baufirma Krautscheid konnte mit Hilfe eines Unimogs schlimmeres verhindert werden.

1967 kann der Feuerwehr Neustadt als zweites Fahrzeug ein Unfallhilfswagen, UHW übergeben werden. Es handelte sich um einen Ford Transit, der bei der Firma Ziegler in Giengen abgeholt wurde. Nun stand eine erheblich bessere technische Ausrüstung, unter anderem mit Brechwerkzeugen, Beleuchtungsgeräten, Stromerzeuger, Schneidbrenner und Trennschleifer insbesondere für die stetig steigenden Einsätze bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn zur Verfügung.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Gerätehauses, in der Gaststätte Bürgerschänke brach im Obergeschoss ein Feuer aus. Dank des „schnellen“ Einsatzes der Feuerwehr Neustadt konnte schlimmeres verhindert werden. Im Juni kam es nach einer Unwetterkatastrophe im Wiedtal bei Neschermühle, Hombachsmühle und Altehütte zu schweren Überschwemmungen. Die Feuerwehren war zur Rettung von Menschen, Tieren und Sachwerten viele Stunden im Einsatz.
Auf der Autobahn konnten bei einem Unfall in Höhe der Autobahnmeisterei Ammerich zwei Insassen eines PKW nur noch tot von der Feuerwehr Neustadt mit Schneidbrennern geborgen werden.
1968 wurde der bisherige Wehrführer Willi Heidt nach Erreichen der Altersgrenze verabschiedet. Zum Nachfolger ist der bisherige Brandmeister Heinrich Meyer ernannt worden. Stellvertreter wurde Hans Holl sen. (Vater des jetzigen Wehrleiters Andreas Holl) Auf der Autobahn verlor ein LKW durch ein undichtes Fass Benzylchlorid. Eine Strecke von 15 Kilometer ist mit Hilfe der Werkfeuerwehr Bayer-Leverkusen gereinigt worden. Durch das Auslaufen von 30.000 Liter Diesel aus einem Erdtank kam es erneut zu einem Trinkwassernotstand in Neustadt. Auch hier leistete das Tanklöschfahrzeug gute Dienste.
1969 ist bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn ein LKW Fahrer tödlich verletzt worden. Außerdem kam es bei der Holzhandlung Schwalbach in Reeg zu einem Großbrand.

Modernisierung und Technik ging auch an der Feuerwehr Neustadt nicht vorbei. Der Hauptaufgabenbereich lag nicht mehr in der Brandbekämpfung, sondern in der technischen Hilfeleistung. Eine der gefährlichsten Gefällstrecken des Bundesautobahnnetzes ist das Teilstück der A 3 im Bereich des Wiedtbachtals. Um den verunglückten Menschen schnell Hilfe zukommen zu lassen wurde die Feuerwehr Neustadt auch weiter mit Spezialfahrzeugen und Geräten ausgestattet.

1970 stellte die Feuerwehr Neustadt als drittes Fahrzeug einen Mannschaftswagen MTW in Dienst. Hierbei handelte es sich um einen VW Bus mit dem nun endlich alle Kameraden zur Einsatzstelle fahren konnten. Bis dahin mussten verschiedene Kameraden mit ihren Privatfahrzeugen nachrücken. Aus Platzgründen wurde der MTW allerdings bei Kamerad Heinrich Krautscheid in der Lagerhalle untergestellt bis am Feuerwehrgerätehaus eine dritte Fahrzeughalle fertiggestellt war.
Im gleichen Jahr ist das selbstständige Amt Neustadt, sehr zum bedauern vieler Feuerwehrkameraden, nach einer Verwaltungsreform aufgelöst worden. Von nun an gehörte Neustadt zur Verbandsgemeinde Asbach. So ist die Feuerwehr Neustadt neben der Feuerwehr Asbach zur Stützpunktfeuerwehr geworden. Erster Wehrleiter der Verbandsgemeinde ist Heinz Stockhausen aus Buchholz. Der bisherige Amtsbrandmeister des Amtes Neustadt, Rudi Schröder wurde später Stellvertreter von Kreisfeuerwehrinspekteur Bruno Zeppenfeld aus Niederbieber.
Bei Einsätzen auf der Autobahn können mehrere Personen, darunter zwei Polizeibeamte in ihrem Dienstwagen, nur noch tot geborgen worden.
Der immer stärker zunehmende Verkehr auf der Autobahn ließ die Einsatzzahlen in die Höhe schnellen. Auch rollte immer mehr Gefahrgut über die Autobahn welches eine neue Herausforderung für die Feuerwehr Neustadt darstellt. 
So riss 1971 bei einem Chemie-Tankzug nach einem Unfall ein Stutzen ab und die Ladung, eine schmierige Chemikalie, ergoss sich auf 600 Meter Länge über die Fahrbahn der Autobahn. 6 Feuerwehren aus dem Kreis Neuwied waren im Einsatz. Bei einem weiteren Verkehrsunfall im Bereich Epgert kamen alle vier Insassen eines PKW ums Leben. Es wurden insgesamt 21 Einsätze im Jahr 1971 gefahren.
Das Verbandsgemeindefeuerwehrfest 1972 sollte die Feuerwehr Neustadt ausrichten. Auf der großen Wiese an der Wiedbrücke zeigten alle Feuerwehren der Verbandsgemeinde vor Hunderten von Zuschauern ihr Können. Die Feuerwehr Neustadt demonstrierte die Rettung von eingeklemmten Personen nach einem Verkehrsunfall. Anschließend marschierten alle im Festzug durch den Ort. Im Frühjahr kam es zu mehreren Waldbränden in der Ortsgemeinde Neustadt. Erste Fahrzeuge werden mit Sprechfunk ausgerüstet. 1972 werden 24 Einsätze gefahren. Unter anderem ein Scheunenbrand in Rotterheide und Verstärkung beim Brand eines Landwirtschaftlichen Anwesens in Oberscheid bei Buchholz.

1973 stellte die Feuerwehr Neustadt beim Karneval den Elferrat. Der „singende Brandmeister“ Josef Weißenfels (Müllewieß) war mit seinem Gesangsvortrag ein Highlight der Prunksitzung. Auf der Autobahn ging es auch wie immer hoch her. So verlor ein Tankzug 6000 Liter Salzsäure. Diese wurde gebunden und die Fahrbahn gereinigt. Hier zeigte sich, dass die Ausrüstung im Gefahrgutbereich sehr Unzureichend war. Auf der Müllhalde in Wiedmühle kam es immer wieder durch „Selbstentzündung“ zu Bränden. Deswegen musste die Feuerwehr auch manchmal täglich dorthin ausrücken. Eine besondere Ehrung wurde den Kameraden Toni Weißenfels und Dieter Neiß zu Teil. Sie erhielten von Landrat Oster und Innenminister Schwarz das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande für besonders mutiges Handeln, insbesondere bei Einsätzen auf der Autobahn. Die Feuerwehr Neustadt fuhr ebenfalls zur Unterstützung eines Brandes in einem Landwirtschaftlichen Anwesen nach Limbach. Dort kam allerdings für eine Frau jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr beteiligte sich auch an dem erstmals ausgerichteten Weihnachtsmarkt in Neustadt. Der Erlös ist für Behinderte Kinder bestimmt. Diese Tätigkeit führt die Feuerwehr bis 2001 durch. In den ersten Jahren werden Weihnachtsbäume verkauft. Unvergessen ist der Bauwagen in dem sich immer „aufgewärmt“ werden muss. Später übernehmen die Kameraden den Getränkestand auf dem Weihnachtsmarkt. Bei einem vom Verschönehrungsverein Neustadt durchgeführten Großfeuerwerk am Campingplatz soll die Feuerwehr Neustadt eine Sicherheitswache mit einigen Kameraden und dem Tanklöschfahrzeug stellen. Es kamen fast alle Kameraden zum Dienst da der Lohn sofort in Naturalien beglichen wurde. Ein solches Feuerwerk ist seit dem aus Kostengründen nicht mehr veranstaltet worden.
1974 wird die erste Rettungsschere von Innenminister Heinz Schwarz übergeben. Es handelte sich um ein Modell des amerikanischen Herstellers Hurst. Jetzt konnte eingeklemmten Unfallopfern noch schneller und schonender aus Fahrzeugwracks befreit werden. Dieser Spreizer konnte mit einem Zusatzteil auch als Schere benutzt werden kann. Das Gerät war bis 2003 im Einsatz! Außerdem erhielt die Feuerwehr Neustadt vom Land Rheinland-Pfalz für die stetig steigende Zahl von Gefahrgutunfällen den Prototyp eines sogenannten Säureschutzanhängers. Dieser Anhänger, ein umgebauter Tragkraftspritzenanhänger TSA, war bestückt mit Schutzanzügen, Umfüllpumpen, Schläuchen und Auffangbehältern. Er kam im gesamten Kreisgebiet zum Einsatz. Wenn jemand aus dem Innenministerium über den Chemieschutz im Land sprach, erwähnte man immer wieder, dass in einem kleinen Dorf im Westerwald ein solcher Anhänger steht. 
1975 ist neben dem „normalen“ Einsatzgeschehen besonders hervorzuheben, dass die Feuerwehr Neustadt bei einem Chemieunfall auf der Autobahn bis kurz vor Ransbach-Baumbach gefahren ist. Dort hatte ein LKW nach einem Unfall Isobutylaldehyd verloren. Hier hatte die Feuerwehr Neustadt mit dem Säureschutzanhänger besonderen Anteil daran, dass dieser Einsatz erfolgreich verlaufen ist. Ein Dankesschreiben von Innenminister Schwarz an Oberbrandmeister Heinrich Meyer schmückt noch heute das Feuerwehrgerätehaus. Ein Großbrand zerstörte die Holzhandlung Schwalbach in Reeg. Eine Aktion der besonderen Art war die von der Kreissparkasse Neuwied durchgeführte Aktion „Saubere Wied“. Hierbei beteiligte sich die Feuerwehr Neustadt mit ihrem Schlauchboot. Das Abschlussfest in Neuwied war ein besonderer „Leckerbissen“. Viele Kameraden, besonders aus der Alterswehr, berichten heute noch gerne von diesem Fest.
Einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte der Feuerwehr Neustadt brachte das Jahr 1976. Wegen steigender Unfallzahlen bekam die Feuerwehr Neustadt als viertes Fahrzeug einen Rüstwagen RW 2, Magirus-Deutz ,vom Kreis Neuwied übergeben. Nun stand eine verbesserte Ausrüstung für technische Hilfeleistungen zur Verfügung. Der Rüstwagen hatte eine eingebaute Seilwinde, eingebauter Stromgenerator, Lichtmast, Hebekissen und mehr an Bord. Auch in diesem Jahr ereigneten sich viele Verkehrsunfälle mit Toten und Verletzten. Insgesamt werden 35 Einsätze gefahren.

1977 beim Kreisfeuerwehrtag in Hardert stellte die Feuerwehr Neustadt ihr Können bei der Schauübung unter Beweis. Ein umgestürzter Bus ist mit Seilwinde und Hebekissen vom Rüstwagen wieder auf die Räder gestellt worden. In Neustadt in der Hauptstraße fuhr ein Silotransporter, der Zement geladen hatte, in der Kurve im Oberdorf, heutiger Busbahnhof, in die Front zweier Wohnhäuser. Hierbei wurden 2 Personen wie durch ein Wunder nur leicht verletzt. Da die Feuerwehrkameraden drei Häuser weiter mit dem Bau des jährlichen Karnevalswagens beschäftigt waren, eilten sie zur Unglücksstelle und leisteten sofort Hilfe. Der Einsatz zog sich lange hin, weil die Feuerwehr nach der Bergung des LKW das einsturzgefährdete Haus abstützte und die Unfallstelle räumte. Ein Rekord war die Einsatzstatistik des Jahres 1977. 40 Einsätze, davon 19 auf die Autobahn, wurden gefahren.

1978 hatte der Ort Neustadt, insbesondere das Oberdorf großes Glück. In der gleichen Kurve wo im Jahr zuvor der Silo-LKW in die Häuserfront gefahren war, kam am Nachmittag des 4. Juli ein mit 30.000 Liter Toluol beladener Tankzug von der Straße ab und krachte in die unbewohnten Häuser hinein. Der Fahrer musste von der Feuerwehr schwer verletzt aus dem Fahrzeug geschnitten werden. Es bestand höchste explosions- und Brandgefahr weil eine Kammer des Fahrzeuges Leck geschlagen war. Bei einem Brand oder bei einer Explosion wären die Auswirkungen annähernd an die von Herborn 1987 gekommen! Die Feuerwehr Neustadt pumpte den Tankauflieger leer, legte einen Schaumteppich und überwachte den weiteren Einsatzverlauf. Das noch unbeschädigte Heinz Haus war nun ebenfalls unbewohnbar geworden. Der 93 jährigen Frau Heinz wurde von dem LKW das Fußende des Bettes weggerissen, in dem sie gerade schlief. Sie blieb aber unverletzt. 21 Jahre später soll es an der gleichen Stelle erneut zu einem LKW Unfall kommen.

Am Feuerwehrgerätehaus, das mittlerweile zu klein geworden war, tat sich ebenfalls etwas. Die Bauarbeiten für einen Erweiterungsbau mit zwei Fahrzeughallen, Funkzentrale, Mannschaftsraum und Sanitärräumen hatte begonnen. Die Fahrzeughallen und andere Gebäudeteile sind mit in den Neubau 2003 integriert worden. Unvergessen ist auch die Katastrophe am Hummelsberg bei Linz. Dort war durch Felssturz in den Steinbruchsee eine Flutwelle entstanden die rasant in das Tal schoss und mehrere Wohnhäuser mitriss. Am Ende waren vier Todesopfer zu beklagen. Die Feuerwehr Neustadt war auch hier mit Spezialfahrzeugen bei der Personensuche im Einsatz. Im gleichen Jahr begann der Kreis Neuwied damit die Ausbildung neu zu Organisieren. Es werden aus den Verbandsgemeinden Kreisausbilder berufen die z.B. Truppmann, Truppführer und Funklehrgänge durchführen. Von der Feuerwehr Neustadt ist Josef Weißenfels von Anfang an mit dabei.
1979 feierte die Feuerwehr Neustadt ihr 75 jähriges Bestehen in einem großen Rahmen mit dem Kreisfeuerwehrfest. Dazu wird am Sportplatz ein großes Festzelt errichtet.
Es wurde ein Festabend mit großem Zapfenstreich veranstaltet. Sonntags war die große Schauübung und anschließend ein Festzug durch den Ort.

Die Feuerwehr Neustadt fuhr in den Jahren 1970 – 1980 stolze 285 Einsätze. Davon waren 105 Einsätze auf die Autobahn wo 55 Verletzte und 42 Tote aus manchmal gänzlich zertrümmerten Fahrzeugen geborgen werden mussten. Der Pfarrer von Neustadt, Ernst Weber, begleitete die Feuerwehr in diesen Jahren öfter bei Einsätzen auf die Autobahn. Er sprach Verletzten Mut zu und musste leider manchmal auch die letzte Ölung erteilen. Nach dem Einsatz, zur „Stressbewältigung“, konnte man auch zur Nachtzeit in Begleitung des Herrn Pfarrer noch örtliche Lokalitäten öffnen lassen. Unvergessen auch ein Einsatz auf der Autobahn, dort war ein LKW dessen Ladung aus Himbeergeist bestand, in Brand geraten. Die Hauptaufgabe der Feuerwehr war natürlich die Ladung zu retten. Dies ist auch größtenteils gelungen. Nach ausführlichem Test der geretteten Ladung im Gerätehaus ist ein anderer Teil gegen Schaummittel in der Nachbarschaft getauscht worden. Auch der damalige Landrat Josef Oster besuchte gerne die Kameraden in Neustadt. Er war ein geselliger Mensch und konnte gut Gitarre spielen. So kam es, dass bei den Besuchen plötzlich eine Gitarre im Gerätehaus auftauchte und er begann zu musizieren.

Das Jahr 1980 begann wie die anderen aufgehört hatten. Einsätze auf der Autobahn und mehrere Brände. Es wurde aber der endlich fertiggestellte Erweiterungsbau am Gerätehaus in Betrieb genommen. Nun hatte man auch eine Einsatzzentrale mit Funk und Telefon zur Verfügung. Diese Zentrale wird seit dem bei jedem Einsatz besetzt.
1981 brachte Kreisfeuerwehrinspekteur Bruno Zeppenfeld einen Schlauchwagen SW 1000, Ford Transit mit nach Neustadt. Das Fahrzeug war aus dem Jahr 1963 und stand bis dahin bei der Feuerwehr Linz. Der Schlauchwagen ist besonders wegen seine ausgeschlagenen Lenkung berühmt geworden. Mancher Kamerad hat ihn einfach stehen gelassen. Beim Kreisfeuerwehrfest in Asbach führte die Feuerwehr Neustadt eine große Übung im Bereich technische Hilfe durch.

Das erste „Neustädter Feuerwehrtreffen“ führte die Feuerwehr Neustadt 1982 nach Hamburg zur Freiwilligen Feuerwehr Hamburg - Neustadt. Zu diesem Treffen nahm man trotz Untersagung durch die Verbandsgemeindeverwaltung das TLF mit. Die Fahrt nach Hamburg wurde gleichzeitig mit dem Jahresausflug verbunden. Kurz vor Ankunft des TLF in Hamburg streikte auf einmal die Kupplung und das Fahrzeug musste in die Werkstatt der Hamburger Berufsfeuerwehr geschleppt werden zwecks Reparatur. An diesem Treffen nahmen 18 Feuerwehren, alle aus Neustadt, teil. Sonntags war Fahrzeugausstellung an den St. Pauli Landungsbrücken. Zurück in der Heimat kamen natürlich Fragen von der Verbandsgemeinde wegen der Mitnahme des TLF auf. Bei der jährlichen Besichtigung der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Asbach durch Wehrleiter, Wehrführer und Bürgermeister konnten diese auf einmal im TLF ein Schild mit der Aufschrift “Der Junge von St. Pauli“ erkennen“. Ein Gefahrguteinsatz führte nach Raubach zur Papierfabrik Hedwigstal. Dort war beim Umfüllen Natronlauge in den Holzbach gelangt. Außerdem war im Bahnhof von Unkel ein Kesselwagen der Bundesbahn undicht geworden. Die Feuerwehr Neustadt rückte mit Chemieschutzanhänger aus und dichtete das Leck ab. Im Jahr kam es mehrmals nach Gewitterregen zu Straßenüberschwemmungen in Reeg.
Im März 1983 war die Feuerwehr Neustadt bei einem Einsatz auf der Autobahn tätig um einen schwer eingeklemmten LKW-Fahrer zu befreien. Damit die Rettung so schonend wie möglich verlief, waren die Männer sehr vorsichtig mit Spreizer und Schere im Gange. Einem schon an der Einsatzstelle anwesenden Bergungsexperten aus Windhagen ging es aber nicht schnell genug. Er wollte die Feuerwehr ständig belehren und alles besser wissen. Nach der erfolgreichen Befreiung des schwerverletzten wurde der renitente Bergungsexperte handgreiflich, konnte aber von Feuerwehrleuten körperlich belehrt werden. Die Feuerwehr ging hierbei klar als Sieger hervor und Wehrführer Meyer bekam sogar Tage später von einer namhaften Firma aus dem Neustädter Raum einen Umschlag als Dank für diese Tat überreicht. Unvergessen auch der Pfingstsonntag des Jahres. Morgens ging die Sirene und die Feuerwehr musste in Richtung Oberplag ausrücken. Dort war ein mit wertvollen Reitpferden beladener Transporter von der Straße abgekommen und in den Graben gekippt. Es galt die verängstigten Pferde vorsichtig zu befreien und das Fahrzeug wieder aufzurichten. Der Einsatz verlief reibungslos und kurze Zeit später konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Doch damit nicht genug. Nachmittags ging erneut die Sirene. Am Ortseingang Roßbach / Wied war ein PKW gegen eine massiv gebaute Garage gefahren. Der Fahrer war schwer verletzt hinter dem Steuer eingeklemmt. Nun zeigte sich beim Ausrücken im Gerätehaus, wer nach dem morgendlichen Einsatz brav nach Hause gegangen war und wer nicht. Nach dem diese Fragen geklärt waren, konnte man unter anderem mit dem schon betagten TLF nach Roßbach ausrücken. Die Kameraden, welche auf der hinteren Holzbank im TLF saßen erinnern sich noch an die rasante Fahrt. (u.a. Chronikschreiber)
In Linz ist die Feuerwehr Neustadt auch tätig geworden. Auf dem Bahnhof stand abermals ein undichter Kesselwagen der Bundesbahn. Mit Spezialgerät aus dem Chemieschutzanhänger konnte das Leck abgedichtet werden

Im Jahr 1984 kam es nach tagelangen Regenfällen an der Wied zu Hochwasser. Die Feuerwehr Neustadt ist auf dem Campingplatz, Fa. Duroplast, Mühle Schröder, Kloster Ehrenstein und im Pfarrhaus ganztägig im Einsatz. Im Oktober kam ein neues Tanklöschfahrzeug, TLF 16/25 von Magirus als Ersatz für das TLF von 1964. Ebenfalls ist der Mannschaftswagen ersetzt worden. Beide Fahrzeuge sind bei einem Tag der offenen Tür eingeweiht worden.

Zum Fahrzeugpark der Feuerwehr Neustadt gehört in dieser Zeit auch ein Kommandowagen vom Typ DKW Munga. Da dieses Fahrzeug äußerst geländegängig war, wurde es von vielen Kameraden im Rahmen einer Bewegungsfahrt getestet. So manch einer ist aber auch schon zu Fuß zum Feuerwehrhaus gekommen um mit Hilfe der Seilwinde vom Rüstwagen das Fahrzeug wieder flott zu machen. Beim Großbrand der ehemaligen Wäschefabrik Bücher in Asbach ist die Feuerwehr Neustadt ebenfalls überörtlich tätig.
1985 war ein Jahr in dem es normale Einsatztätigkeit gab. Mehrere Verkehrsunfälle und ein brennender Reisebus erforderten den Einsatz der Feuerwehr Neustadt auf der Autobahn. Ein besonderes Highlight ist die 800 Jahr Feier des Ortes Neustadt / Wied. Bei Veranstaltungen in der Sporthalle, beim Feuerwerk, beim großen Zapfenstreich und nicht zu vergessen beim Festzug, bei dem man sich in historischen Uniformen, mit einer alten Handkarre und dem neuen Tanklöschfahrzeug zeigte, war die Feuerwehr Neustadt präsent.

Unvergessen bleibt der Besuch des Treffens aller Neustädter Feuerwehren im Juli in Neustadt / Hessen. Nach dem man Freitags den Ort erkundet hatte, traf sich alles Samstags im großen Festzelt zum Erfahrungsaustausch und mehr. Am Festzug Sonntags nahm man ebenfalls mit Standarte Teil. Anscheinend hatten die Kameraden einen guten Eindruck hinterlassen. Während des Festzuges, er war sehr lang, kamen Damen des Ortes und steckten den Standartenträgern Blumen an die Uniform. 1986, am Kirmesdienstag stürzte auf der Kreuzung an der Neustädter Kirche ein mit Epoxydharz beladener Tankzug um. Die Feuerwehr Neustadt war abermals ganztägig im Einsatz um die Ladung umzupumpen, ausgelaufenes Harz zu binden und den Brandschutz sicherzustellen. Das angrenzende Hotel Wiedtal ist geräumt worden und der Verkehr wurde großzügig umgeleitet. Der Fuhrpark der Feuerwehr Neustadt ist in diesem Jahr ebenfalls aufgestockt worden. So konnte der gute alte Schlauchwagen Ford Transit durch ein Neufahrzeug, ebenfalls ein SW 1000 auf VW Fahrgestell von Ziegler, vom Kreis Neuwied ersetzt werden. Als Neuanschaffung ist an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz ein Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz, GW-AS abgeholt worden. So stehen jetzt zusätzlich 24 Atemschutzgeräte, Strahlenmessgeräte, Schutzanzüge und weitere Messgeräte für Chemieeinsätze zur Verfügung. Für dieses umfangreiche Aufgabengebiet haben sich mehrere Kameraden intensiv Fortgebildet. Um diese neuen Fahrzeuge vorzustellen ist ebenfalls ein Tag der offenen Tür veranstaltet worden. Bei den Feierlichkeiten wurde der langjährige Wehrführer Heinrich Meyer wegen Erreichen der Altersgrenze verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt. Als Nachfolger wird Josef Weißenfels gewählt.

Im Jahr 1986 wurden 46 Einsätze gefahren. An der Rheinschiene, besonders in der Verbandsgemeinde Unkel, ist die Feuerwehr Neustadt mit dem Schlauchwagen mehrfach tätig beim Trinkwassernotstand durch die Brandkatastrophe bei Sandoz in Basel.
Auch 1987 steigt die Zahl der Einsätze wieder an. Durch die Spezialfahrzeuge wird die Feuerwehr Neustadt immer mehr im gesamten Landkreis Neuwied tätig. Die Verbandsgemeinde Asbach übergab als Ersatz für den UHW einen neuen Gerätewagen GW 1 von VW. So ist fast der gesamte Fahrzeugpark wieder modernisiert worden. 
Das Jahr 1988 begann mit einem Eigenunfall. Bei der Einsatzfahrt zu einer eingeklemmten Person auf die Autobahn am Rastplatz Epgert rutschte der neue Gerätewagen am Ortsausgang Fernthal durch plötzlich einsetzendes Glatteis von der Fahrbahn gegen den Bordstein und stürzte um. Beide Kameraden konnten glücklicherweise unverletzt dem Fahrzeug entsteigen. Das Fahrzeug wurde geöffnet und die Rettungsschere mit Zubehör schnell in den MTW umgeladen. An der Einsatzstelle angekommen ist die Person in bewährter Weise aus dem Fahrzeug befreit worden. Die vorsorglich nach dem Eigenunfall alarmierte Feuerwehr Horhausen konnte auf der Anfahrt wieder abrücken. An dem Gerätewagen entstand Totalschaden und alle wichtigen Gerätschaften verblieben in dem MTW der jetzt als Gerätewagen fungierte. Ein Neufahrzeug ist als normaler Kastenwagen geliefert worden. Den Ausbau erledigten die Kameraden der Feuerwehr Neustadt unter der Anleitung von Kfz-Meister Peter Menzenbach sen. selber. Bei der Abnahme des Fahrzeuges an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz ist ein großes Lob für die saubere Arbeit ausgesprochen worden.
Im Juni wurde das nächste Neustadt-Treffen in Titisee-Neustadt besucht. Die Schwarzwälder kannten aber die Art zu Feiern der Rheinländer nicht. Als man sich im Festzelt an die Theke stellte, wurde man aufgefordert dieses doch zu unterlassen. Als Konsequenz verließ man die Feierlichkeiten auch schon sehr früh und trat die Heimreise an. Kamerad Theo Weber war auch hier für Überraschungen gut.
Ebenfalls im Juni wird der bisherige Verbandsgemeinde-Wehrleiter Heinz Stockhausen in Buchholz verabschiedet. Das die Nachfolgefrage sich noch hinzog, übernahm der Neustädter Wehrführer Josef Weißenfels das Amt kommissarisch für ein Jahr.
1989 wird dann Andreas Holl als Nachfolger in das Amt des Verbandsgemeinde-Wehrleiters gewählt. Er stammt aus der Feuerwehr Neustadt. Im gleichen Jahr wird auch der neue Gerätewagen GW 1 offiziell übergeben. Großbrände am Reiterhof in Etscheid und in Oberhoppen erfordern den Einsatz der Feuerwehr Neustadt. Außerdem verbrennen bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn zwei Menschen bis zur Unkenntlichkeit. Es werden 56 Einsätze im Jahr 1989 gefahren. Zwei Originale der Feuerwehr gehen von Bord. Es sind Günther Hecking und Theo Weber, der mit seinen nicht nur „musikalischen“ Einlagen die Geschichte der Feuerwehr Neustadt bereichert hat.

In den 80er Jahren stiegen die Einsatzzahlen erneut. So werden jährlich 50 – 60 Einsätze gefahren. Bei einer Einsatzfahrt zu einem PKW Brand durch Unterelsaff, noch mit dem alten Tanklöschfahrzeug, lief leider der Jagdhund von Willi Manns, angelockt durch das laute Martinshorn auf die Fahrbahn. Cheffahrer Theo Weber konnte aber aus Rücksicht auf die mitfahrenden Kameraden keine Vollbremsung hinlegen. Das Tier ist seit dem im Hundehimmel.

1990: Auf der Autobahn kommt es bei Ammerich zu einem Gefahrgutunfall und in Neschen am Rasthaus bereitet eine zunächst unbekannte Ölquelle tagelange Arbeit für die Feuerwehr Neustadt. Der stellvertretende Wehrführer Hans Holl wird verabschiedet. Sein Nachfolger wird Toni Weißenfels. 1991 gab es unter anderem Verkehrsunfälle mit insgesamt vier Toten auf der Autobahn. Ein LKW–Fahrer verbrennt eingeklemmt in seinem Fahrzeug. Ein weiteres Neustadt-Treffen, diesmal in Neustadt / Breuberg im Odenwald wird besucht. Im Dezember kommt die Wied abermals aus ihrem Bett. Die Feuerwehr Neustadt rückt zu Hochwassereinsätzen aus.
1992 bekommt der Fuhrpark Zuwachs. Ein Mannschaftstransportwagen mit Ladepritsche MTW-P wird in Dienst gestellt. Der VW Bus wird als Einsatzleitwagen zur Feuerwehr Asbach überstellt. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Lorenz Klein wird an seinem Wohnhaus in der Gartenstraße mit einer historischen Löschübung in den Ruhestand verabschiedet. Wieder kommt es zu einem Unfall mit einem Chemietankzug. Zwischen Neustadt und Etscheid, in der Kurve am Nachtigallental, stürzt ein mit 22.000 Liter Methoxyethanol beladener Container LKW die Böschung hinunter. Der daherfließende Bach wird gestaut, die Ladung umgepumpt und der LKW geborgen. Einsatzdauer: 1 Tag. Das Einsatzjahr verlief jedoch normal mit 35 Alarmierungen.
Es kam bei der Feuerwehr in Neuwied die fixe Idee auf, Teileinheiten des Gehfahrstoffzuges aufzulösen und Zentral von der Feuerwehr Neuwied aus im gesamten Kreisgebiet in den Einsatz zu bringen. Das zog einen harschen Protest der betroffenen Wehren nach sich. Bei der entscheidenden Sitzung des Kreistages in Neuwied zeigte sich auch die Feuerwehr Neustadt in Uniform als Zuschauer. Das Vorhaben ist dabei wieder fallen gelassen worden und eine Verbesserung der Gefahrgutausrüstung für die Teileinheiten wird beschlossen.
1993 zeigt sich diese Verbesserung. Die Feuerwehr Neustadt erhält einen Gerätewagen Gefahrgut GW-G1. Dieser löst den guten alten Säureschutzanhänger, der jahrelang das Rückgrat im Bereich Gefahrgut gewesen ist, ab. An Einsätzen ist ein umgestürzter, vollbesetzter Reisebus aus Holland zu nennen. Dieser war auf schneeglatter Fahrbahn kurz hinter der Auffahrt Neustadt in Fahrtrichtung Köln in die Böschung gekippt. Personen mussten mit schwerem Rettungsgerät befreit werden. Beim Jahrhunderthochwasser am Rhein ist die Feuerwehr Neustadt im Einsatz. Das Schlauchboot wird nach Unkel gebracht. Ebenfalls werden durch das Hochwasser aufgeschwemmte Heizöltanks in Linz gesichert. Nach einem Einsatz auf der Autobahn bei dem ein mit frischen Blumen beladener LKW umstürzte freuten sich die Frauen der Wehrmänner über den morgendlichen Blumenschmuck am Frühstückstisch. Gelegentlich ging von den Blumen aber auch ein Geruch von Dieselkraftstoff aus! Auch der alljährlich von der Feuerwehr durchgeführte St. Martinszug in Neustadt hatte es in sich. Beim Anzünden des Feuers kam es während der Umzug sich der Feuerstelle in der Berschau näherte zu einer Explosion die den gesamten Ort erschütterte. Anschließend heulte die Sirene und die Polizei meldete eine Explosion mit Feuerschein im Bereich des Sonnenlandes. Wegen der stärke der Explosion hörte man sofort über Funk bei den am Feuer anwesenden Kameraden nach ob es Verletzte gegeben hat. Dieses war glücklicherweise nicht der Fall. Also konnte die Polizei über die Ursache aufgeklärt werden und der Umzug wurde fortgesetzt. Das Martinsfeuer brannte nun nicht mehr in die Höhe, sondern mehr in die Breite. Die Zahl der Einsätze stieg im Jahr wieder auf 50.
Das Jahr 1994 begann im Februar mit einer Massenkarambolage auf der Autobahn bei Wölsreeg. Dabei kamen zwei Autofahrer ums Leben. Insgesamt waren 13 Fahrzeuge am Unfall beteiligt. In Linz kommt es bei einer stillgelegten Fabrikhalle zu einer Verpuffung. Dabei traten unbekannte chemische Stoffe aus. Die Feuerwehr Neustadt war dort ebenfalls im Einsatz. Weitere Einsätze waren Großbrände im Asbacher Land in Elles und Büsch. Auf der Autobahn kam die Feuerwehr Neustadt bei LKW Unfällen und auslaufenden Chemikalien zum Einsatz. Vorsichtig wird von der Feuerwehr Neustadt über einen Neubau des Gehrätehauses mit der Verbandsgemeindeverwaltung gesprochen. Die Zahl der Einsätze betrug insgesamt 55.
1995 sind bei einem Brandanschlag auf eine Gaststätte in Hombach vier Personen, darunter ein Polizeibeamter, verletzt worden. An der alten Brecheranlage im Steinbruch Büchel wird vom Kreis Neuwied eine groß Angelegte Übung durchgeführt. Dabei kommen Einheiten aus dem gesamten Kreisgebiet zum Einsatz. Es gilt Brände zu bekämpfen und aus dem inneren des alten Gebäudes unter Atemschutz Personen zu Suchen und in Sicherheit zu bringen. Da die Übung sich an der Realität orientieren soll, werden die „Verletzten“ auch genau untersucht. Dabei wird auch eine Einsatzhose eines THW Verletztendarstellers mit dem Messer aufgeschnitten. Dieser wunderte sich sehr darüber, ließ aber alles über sich ergehen. Bei der weiteren Suche nach Personen geriet der Darsteller wieder in das Visier des Angriffstrupps. Jetzt wollte er aber nicht mehr gerettet werden und suchte das Weite. Der stellvertretende Wehrführer Toni Weißenfels wird verabschiedet und Ewald Müller sein Nachfolger.
Da der Rüstwagen RW 2 mittlerweile in die Jahre gekommen ist und Reparaturen sich häufen wird 1996 über eine Neuanschaffung von Seiten der Feuerwehr Neustadt nachgedacht. Durch die gespannte Haushaltslage beim Kreis Neuwied kann aber zunächst kein positiver Bescheid gegeben werden. Die Feuerwehr Neustadt wird bei einem Heustallbrand in Scharenberg und bei verschiedenen Einsätzen auf der Autobahn tätig. Eine Delegation einer Schweizer Feuerwehr besuchte die Feuerwehr Neustadt.
1997 passieren erneut Unfälle mit Gefahrgut auf der Autobahn. Ein mit Farbe beladener, englischer Sattelzug fährt bei Dinkelbach auf den Vorausfahrenden LKW auf und der Fahrer wird im Fahrerhaus eingeklemmt. Nach dem er befreit ist muss die Ladung, die zu Teil ausgelaufen war, gesichert und umgeladen werden. Dieses wird eine „bunte“ Angelegenheit. Auch auf der Bundesstraße 8 bei Buchholz kommt ein LKW von der Straße ab und stürzt eine Böschung hinunter. Weil größere Mengen Diesel ausliefen kommt die Feuerwehr Neustadt zum Einsatz. Der LKW hatte 260 Schweinehälften geladen. Ein Journalist vom Feuerwehr-Magazin, dem auflagenstärksten Fachmagazin im deutschsprachigen Raum, besucht die Feuerwehr Neustadt um eine Reportage mit vielen Fotos vorzubereiten. Personalwechsel in der Wehrführung. Josef Weißenfels tritt nach 11 Jahren als Wehrführer der Feuerwehr Neustadt zurück um bis zum Erreichen der Altersgrenze seinen Nachfolger, den bisherigen Stellvertreter Ewald Müller, im Amt einzuarbeiten. Neuer Stellvertreter wird Norbert Ückerath. Es wird beschlossen, den Wehrführer nur noch auf fünf Jahre zu Wählen. Nach dem die Kostenfrage zwischen Landkreis und Verbandsgemeinde geklärt worden ist, wird ein neuer Rüstwagen RW 2 von Mercedes-Benz mit Aufbau von Ziegler im Herbst in Dienst gestellt.

Im Januar 1998 erscheint dann die Reportage über die Feuerwehr Neustadt im Feuerwehr-Magazin. Die Diskussion über einen Neubau des hoffnungslos beengten Gerätehauses kommt erneut in Gang. Bei einem Tag der offenen Tür im April wird der Rüstwagen RW 2 eingesegnet und übergeben.

Einsätze bei einem Großbrand in Daufenbach und bei mehreren Verkehrsunfällen auf der Autobahn standen noch an. Der ehemalige Wehrführer Josef Weißenfels wird in einer rauschenden Geburtstagsfeier verabschiedet. 
1999, in den Abendstunden des Rosenmontag kommt es auf der Autobahn in einer Baustelle bei der Wiedtalbrücke zu einem Unfall mit drei LKW und mehreren PKW. Da ein Tankzug mit Maleinsäureanhydrid leckgeschlagen war kommt im Rahmen von TUIS (Transportunfall und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie) neben der Feuerwehr Neustadt ebenfalls die Werkfeuerwehr Höchst zum Einsatz. Ein anderer LKW ist umgestürzt und hat seine Ladung, mehrere Tonnen Zitronen, auf der Fahrbahn „abgeladen“. Die Autobahn bleibt die ganze Nacht in beiden Richtungen gesperrt. 
Da die Bauarbeiten an der ICE Schnellbahnstrecke Köln-Frankfurt schon in vollem Gange sind macht sich die Feuerwehr immer mehr Gedanken über eine schnelle, effektive Hilfe im Notfall. So werden im April neue Atemschutzgeräte mit Überdrucktechnik von der ARGE übergeben. Erste Übungen in der Bauphase im Fernthal- und im Güntherscheid-Tunnel bringen neue Erkenntnisse in diesem Bereich. Außerdem erhält die Feuerwehr Neustadt von der DB AG eine Wärmebildkamera, um bei verrauchten Räumen Personen besser auffinden zu können. Diese bewährt sich auch bei der Suche nach vermissten Personen, etwa aus Heimen und Pflegeeinrichtungen. Bei den Feierlichkeiten zum Tunnelanschlag und zum Durchbruch sind die Feuerwehrleute gern gesehene Gäste. Im Juni versagen bei einem Lastzug auf der abschüssigen Strecke am Ortseingang von Neustadt die Bremsen. Der Fahrer lenkt den LKW geistesgegenwärtig auf den leeren Busbahnhof, wo er kurz vor dem Wohnhaus von Wehrführer Müller umkippt. Die Ladung, Stahlteile für eine Baustelle an der ICE Strecke, verteilt sich auf dem Busbahnhof. Der Fahrer wird dabei verletzt. Die Ereignisse vom Tankzugunfall 1978 an gleicher Stelle treten wieder in Erscheinung. Die Ausrüstung wird in dem Jahr ebenfalls verbessert. So erhält die Feuerwehr Neustadt vom Landkreis ein Mehrzweckfahrzeug auf MAN Fahrgestell. Dieses dient zum Transport und Betrieb einer Dekontaminationsstelle nach Einsätzen im ABC Bereich. (atomar – biologisch - chemisch) Zur Ausrüstung gehören unter anderem Auffangwannen, aufblasbare Zelte und Duschgelegenheiten. Wegen des nun endgültig zu klein gewordenen Gerätehauses geht der Schlauchwagen SW 1000 zur Feuerwehr Krautscheid. Für den geplanten Neubau eines Gerätehauses wird seitens der Verbandsgemeinde grünes Licht gegeben. Die frage des Standortes ist aber noch nicht geklärt. Verschiedene Standorte und Lösungen werden Vorgestellt und erörtert. Nach einer Diskussion stimmt die Mehrheit für den jetzigen Neubau mit Umbau der alten Fahrzeughallen von 1980 an alter Stelle in der Gartenstraße. Im Jahr sind 57 Einsätze bewältigt worden.

In den 90er Jahren stiegen die Einsatzzahlen auf ca. 60 im Jahr. Die Einsätze auf der Autobahn nahmen wieder zu. Die Zahl der Toten geht zurück, bedingt durch technische Verbesserungen an den Autos aber die Zahl der Verletzten steigt an. Die ICE – Schnellbahnstrecke bringt eine neue Herausforderung mit sich.

2000. Das neue Jahrtausend beginnt mit dem Großbrand einer chemischen Fabrik in Dernbach. Am 1. Juli, einem Samstag, kam es zu einem Unwetter bei dem eine Windhose über Hohn, Güntherscheid und Elsaff eine Spur der Verwüstung hinterließ. Bäume stürzen um, Dächer werden abgedeckt und Straßen unpassierbar. Die Ortschaften waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Zur Unterstützung der Feuerwehr Neustadt sind über 100 Feuerwehrleute aus den Verbandsgemeinden Asbach und Linz im Dauereinsatz. Alle Einsätze werden von der Einsatzzentrale in Neustadt koordiniert. Auf der Autobahn landet ein mit Gefahrgut beladener Tankzug in der Böschung, bei einem weiteren Unfall werden mehrere Personen schwer verletzt. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses wird endgültig vom Verbandsgemeinderat beschlossen. Die Einsatzzahl stieg wieder auf 72!
2001 brennt erneut ein vollbesetzter Reisebus auf der Autobahn aus. Personen kommen nicht zu Schaden. Im Raum steht die Schließung der Autobahnpolizeistation Fernthal. Da mit den Beamten eine langjährige, gute Zusammenarbeit besteht setzt sich auch die Feuerwehr Neustadt für einen Erhalt der Dienststelle ein. Bedingt durch die nun endlich beginnenden Baumassnahmen am Feuerwehrhaus müssen Mannschaft und Gerät im Juli umziehen. Das „neue“ Domizil der Feuerwehr Neustadt befindet sich nun übergangsweise in der Au, ehemalige Lackiererei Weißenfels. Hier werden Funkzentrale, Atemschutzwerkstatt und sechs Einsatzfahrzeuge untergebracht. Am Neubau wird nach Abriss des alten Traktes der erste Spatenstich durchgeführt. Zu einer ersten Großübung an der fast fertigen ICE Neubaustrecke in Idstein/Hessen werden auch Kameraden der Feuerwehr Neustadt als Beobachter eingeladen.

2002 wird die Ausbildung durch die Deutsche Bahn AG durchgeführt. Viele Abende und Wochenenden verbringen die Kameraden im Leersaal des Gymnasiums oder auf der Bahnstrecke um unter fachkundiger Anleitung den Umgang mit Erdungsmaterial, sicherheitstechnische Einbauten in den Tunnel, Handhabung von Arbeitsgerät und die Rettungsmöglichkeiten an einem ICE Zug zu Erlernen. Den Höhepunkt bildet eine Großübung am 20. April mit fast 700 Beteiligten Verletztendarstellern, Beobachtern und Zuschauer im Fernthal-Tunnel. Im Oktober fegte ein Herbststurm auch über das Neustädter Land hinweg. Zahlreiche Einsätze bracht er mit sich. An der Baustelle des neuen Gerätehauses geht es nach einer Mehrmonatigen Verzögerung nun endlich wieder voran. Bei Glatteis stürzt in Fernthal, an der Gerätewagen - Gedächtniskurve, ein mit 16.000 Liter beladener Heizöl-LKW um. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehren Neustadt und Fernthal gelangt kein Öl in das Erdreich. 51 Einsätze bringt das Jahr mit sich.
2003 bringt eine Personelle Veränderung mit sich. Arnold Schücke wird zum Nachfolger von Ewald Müller in des Amt des Wehrführers gewählt. Beim Brand der Burg Ockenfels bei Linz kommt die Feuerwehr Neustadt auch zum Einsatz. Im April werden an einem Morgen drei Einsätze, LKW-Brand auf der Autobahn, ausströmendes Chlorgas an der Klinik in Asbach und ein schwerer Verkehrsunfall mit vier Verletzten bei Panau, gefahren.
Auch der Fahrzeugpark verändert sich erneut. So kann ein Mercedes Geländewagen als Vorausrüstwagen VRW mit kompletter Ausstattung von Ziegler erworben werden. Die Schnelligkeit dieses Fahrzeuges zeigt sich bei ersten Einsätzen, besonders auf der Autobahn. Der bisherige Gerätewagen GW 1 wird nach 14 Dienstjahren als Transportfahrzeug dem Bauhof der Verbandsgemeinde übergeben.

Im September wird endlich das neue Gerätehaus bezogen und Raumprobleme gehören der Vergangenheit an. Bei einem Wohnhausbrand in Isenburg, bei dem die Feuerwehr Neustadt mit dem Atemschutzgerätewagen im Einsatz ist, kommt eine Person ums Leben. Am 29. Dezember muss die Feuerwehr Neustadt gleich zwei mal auf die Autobahn ausrücken. Bei Ammerich wird morgens bei einem Auffahrunfall ein Pkw-Fahrer getötet und in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Nachmittags brennt ein PKW an der Abfahrt Bad Honnef – Linz. 54 Einsätze werden im Jahr 2003 gefahren.

2004 ist ein Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Neustadt. Am 25. April wird das 100-jährige Bestehen gefeiert. Dann wird das neue Gerätehaus übergeben und Eingeweiht. Zu einem Tag der offenen Tür sind die Bürger herzlich eingeladen. Außerdem findet erneut der Kreisfeuerwehrtag in Neustadt statt. 2005 soll ein neues Tanklöschfahrzeug beschafft werden.

Zu Erwähnen sei auch die Alterswehr. Hier sind alle Kameraden, die mit 60 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausscheiden, organisiert. Die Kameraden treffen sich zu vielen Anlässen. So werden Besichtigungen, Ausflüge und gemütliche Abende gemacht. Bei Feierlichkeiten der aktiven Wehr sind die Alterskameraden gern gesehene Gäste.
Die Feuerwehr Neustadt nimmt auch heute noch rege am Ortsgeschehen teil. So wird seit je her der Martinsumzug für die Kinder von Neustadt durchgeführt. Das gleiche gilt beim Karnevalszug der von der Feuerwehr in Verbindung mit der Polizei abgesichert wird. Bis 1986 wurde auch ein Karnevalswagen gebaut. Bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle oder in der neuen Wiedparkhalle muss je nach Auflage eine Sicherheitswache gestellt werden. Bei der Kirmes wird das Feuerwerk überwacht und an der Fronleichnamsprozession werden ebenfalls die Wege gesichert. Bei anderen Umzügen, etwa beim Schützenfest oder bei Goldhochzeiten, tritt die Feuerwehr bei der Absicherung ebenfalls in Erscheinung. Im Rahmen der Brandschutzerziehung kommen Kindergartengruppen und Schulklassen gerne ins Gerätehaus und möchten alles über die Feuerwehr wissen.


Hier ist ein kleiner, aber wichtiger Teil der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt / Wied in den letzen 100 Jahren zusammen getragen worden. Verschiedene Kameraden sind schon in der 3. Generation nach Großvater und Vater aktiv dabei. Heute zeigt sich die Feuerwehr Neustadt mit 27 aktiven Mitgliedern, 11 Kameraden der Alterswehr und sieben Einsatzfahrzeugen vor dem neuen, modernen Feuerwehrgerätehaus immer noch im Sinne der Gründer von 1904:

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr

 

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